Schimmel-Ursachen: So finden und erkennen Sie die Ursachen für Schimmelbildung

Überall in unserer Umwelt sind Keime und Schimmelsporen vorhanden. Solange sie uns nicht beeinträchtigen, ist das auch kein Problem. Und wenn es um Schimmel bei Genussmitteln und Feinkost geht, ist er sogar gern gesehen.

  • Doch wenn die Wohnung, einzelne Wohnräume, Keller oder Garage von Schimmelpilz betroffen sind?
  • Wenn der Schimmel im Haus sich auf die Gesundheit auswirkt? Allergien, Reizungen und Infektionen verursacht oder sich der Schimmel nach der Inhalation über die Raumluft im menschlichen Körper weiter ausbreitet?

Aus Erfahrung mit den Kunden unserer Firma für Schimmelpilzsanierung in Berlin wissen wir, wie groß der Schreck ist, wenn man an der Wand oder der Decke dunkle Flecken entdeckt, die auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten. Selbst unter dem Bett, hinter dem Kleiderschrank sowie an Fensterrahmen und Fensterdichtungen findet sich nicht selten Schimmelbefall.

Wichtig zu wissen ist: Schimmel ist nicht gleich Schimmel! Lästig ist er im Haus zwar immer, jedoch unterscheiden sich die Gesundheitsverfahren bei den verschiedenen Schimmelarten (z. B. Schwarz-, Rot- oder Grünschimmel).

Wichtig ist ebenfalls: Je höher die Konzentration der Schimmelsporen in der Raumluft ist, desto höher ist das Gesundheitsrisiko.

Wir stellen hier wichtige Informationen bereit, die dabei helfen, eine der drängendsten Fragen nach einer Schimmelentdeckung oder bei einem Schimmelverdacht zu beantworten oder wenn der Schimmel mit geeigneten Maßnahmen entfernt wurde und ein erneutes Auftreten vermieden werden soll:

Woher kommt Schimmel, was sind die Ursachen für die Schimmelentstehung?

Um das Schimmelproblem langfristig in den Griff zu bekommen, ist die Forschung nach der Ursache besonders wichtig. Nur in den wenigsten Fällen sind die Auslöser für den Schimmelbefall so offensichtlich, dass man sie als Laie erkennt (zum Beispiel nach einer offenen Leckage oder einem Wasserschaden) bzw. beheben kann.

So verstreicht nicht selten wertvolle Zeit, denn bis die genauen Ursachen für die Sporen und Keime entdeckt sind, kann sich der Schimmelpilz weiter ausbreiten. Und das geht schneller, als man meint. Im Nu tauchen Schimmelflecken auch an weiteren Stellen auf: das Problem verschärft sich!

Das sind die wichtigsten Ursachen für Schimmel:

Um es direkt vorweg zu nehmen: Nur selten ist eine Ursache allein für die Entstehung von Schimmel verantwortlich. Viel wahrscheinlicher ist es, dass mehrere Auslöser in Kombination den Schimmelpilzbefall begünstigen.

Indirekte Durchfeuchtungen:

Wasserkondensation durch unzureichende Wärmedämmung
Wasserkondensation durch Wärmebrücken

Kondensation an Oberflächen kommt immer durch Temperaturunterschiede zustande. Ist Luft feucht, die Oberfläche kühl, setzen sich Wassertröpfchen (Tauwasser) ab. Auf den ersten Blick ist alles intakt, jedoch wird das Material auf Dauer durchfeuchtet, weil das Kondensat nicht trocknen kann. Das Auftreten von Schimmelbefall ist mittel- bis langfristig wahrscheinlich.

Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Bereiche in der wärmeübertragenden Hülle eines Bauwerks, die eine höhere Wärmestromdichte als die benachbarten ungestörten Bauteile aufweisen. Gerade in der Heizperiode von Herbst bis Frühjahr dringt ein Wärmestrom von innen nach außen.

Beispiele für typische Wärmebrücken sind:

  • Innen- und Außenecken von Fassaden,
  • Fensterkonstruktionen,
  • Türkonstruktionen (insbesondere Außentüren oder Türen zu nicht beheizten Räumen, wie z.B. Tür zur Garage oder zum Wintergarten),
  • Eingangspodeste, 
  • Heizkörpernischen und Druchdringungspunkte von Versorgungsleitungen, 
  • Anschlüsse an Balkonen und Vordächern,
  • Rollladenkästen,
  • Stahlbetonbauteile (ungedämmt),
  • Geschossdecken,
  • Deckenanschlüsse,
  • Bodenplatten an Außenwänden und Fundamenten,
  • Regenfallrohre in Außenwänden. 

Wichtig ist: Auch bei wärmegedämmten Gebäuden treten Wärmebrücken auf, welche Festsetzung von Schimmelpilzen begünstigen. Bei fachgerechter Ausführung der Innen- oder Außendämmung, ist die Schimmelbildung jedoch nicht auf die Dämmung selbst, sondern auf die Wärmebrücken zurückzuführen.

Prüfen Sie, ob in Ihrer Wohnung eine Wärmedämmung vorhanden ist. Ist das nicht der Fall, könnte das schon eine mögliche Ursache für die Schimmelentstehung sein.

⇒ Ist jedoch eine Wärmedämmung vorhanden, prüfen Sie welche möglichen Wärmebrücken in Ihrem Haus bzw. Ihrer Wohnung vorhanden sind und im Zusammenhang mit dem aufgetretenen Schimmelpilzbefall stehen könnten.

Direkte Durchfeuchtungen, die Schimmelbildung begünstigen:

Feuchtigkeit an der Fassade oder im Mauerwerk durch Baumängel

Das ist besonders ärgerlich für Bewohner: Baumängel, die einen Schimmelbefall begünstigen, da sie für den Mieter selbst schwer zu entdecken bzw. zu beseitigen sind. 

Feuchtigkeit an der Fassade kann ebenfalls die Schimmelbildung begünstigen (z. B. durch undichte Regenrinnen).

Zu früher Einzug in einen Neubau

Wird ein neuerbautes Wohnhaus nicht fachgerecht und ausreichend getrocknet, wird es nicht lange dauern, bis der Schimmelsanierer gerufen werden muss. Achten Sie als Bauherr auf eine fachgerechte Bautrocknung und fragen Sie als Mieter vor dem Erstbezug sicherheitshalber noch einmal nach oder führen mittels eines digitalen Hygrometers (im Baumarkt erhältlich) selbst Messungen für eine erste Einschätzung durch.

Feuchtigkeit im Mauerwerk durch unentdeckte Havarieschäden

Verdeckte Wasserschäden, z.B. durch Leckagen bei verbauten Rohren, sind besonders heimtückisch. Je schneller gehandelt wird, desto weniger Wasser kann ins Mauerwerk eintreten. Eine fachmännische Wasserschadenbehebung und Trocknung ist in solchen Fällen ein absolutes Muss.

Feuchtigkeit im Mauerwerk durch offene Wasserschäden

Hier sind die Folgen durch Feuchtigkeit noch am ehesten einzudämmen, weil der Schaden direkt sichtbar ist. Eine fachgerechte Trocknung nach einem Wasserschaden ist bei größerem Wasseraustritt jedoch unerlässlich.

Feuchtigkeit an der Wandoberfläche

  • Schon ab einer relativen Feuchte von 65 % kann sich Schimmelpilz bilden.
  • Bei einer relativen Feuchte von 80 bis 85 % gedeihen Schimmelpilzsporen besonders schnell.

⇒ Die Feuchtigkeit an der Wandoberfläche können Sie für eine erste Einschätzung mit einem digitalen Hygrometer messen und / oder mit der Hand ertasten. Letzteres ist jedoch nur wenig aussagekräftig.

Untergründe die den Schimmelpilzbefall begünstigen

  • Raufasertapete (enthält Zucker, Lignin und Eiweiß),
  • holzige Untergründe oder
  • Gips-Untergründe.

⇒ Diese Untergründe werden häufig genutzt. Sind diese in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus vorhanden, ist das keine direkte Ursache für die Schimmelentstehung aber ein Faktor, der den Schimmelpilzbefall begünstigt.

Weitere Faktoren, die Schimmel benötigt, um sich anzusiedeln und auszubreiten sind:

  • Sauerstoff, 
  • Substrat organischer Bestandteile (beispielsweise Hausstaub), 
  • Raumtemperatur von 0 bis 60 °C und 
  • einen pH-Wert (4,5 – 6,5)

Es wird relativ schnell deutlich, dass diese Faktoren so gut wie überall innerhalb von Gebäuden gegeben sind. Ebenfalls sind die für Schimmelentstehung günstige Nährböden weit verbreitet. Auch ist klar, dass Räume ohne Sauerstoff oder mit Temperaturen von unter 0 °C oder über 50 °C nicht erstrebenswert sein können.

Feuchtigkeit durch normale Raumnutzung (unvermeidbar):

  • Expirationsluft von Menschen und Haustieren, 
  • Kochen, 
  • feuchte Reinigung der Böden, 
  • Duschen oder Baden, 
  • Zimmerpflanzen oder
  • Aquarien.

Sind keine weiteren Feuchtigkeitsfaktoren für die Schimmelbildung gegeben, wird die Feuchtigkeit der normalen Wohnraumnutzung durch angemessenes Lüftungsverhalten (z.B. regelmäßiges Stoßlüften) und einer damit gesicherten Luftzirkulation, ausgeglichen und sorgt nicht für die Entstehung von Schimmel.

Kommen allerdings weitere oder gar mehrere Faktoren der direkten und/oder indirekten Durchfeuchtung hinzu, kann das richtige Heizen und Lüften die Gefahr zwar etwas eindämmen aber mittel- bis langfristig wird Schimmel nicht zu verhindern sein.

Mit Hilfe der hier genannten Schimmelursachen haben Sie die Möglichkeit, mögliche Ursachen für Schimmelbefall einzugrenzen. Im nächsten Schritt sollten diese Ursachen soweit es möglich ist behoben werden.

Sind Sie sich trotz Prüfen der verschiedenen Schimmel-Ursachen nicht sicher, welche Ursachen die Schimmelbildung ausgelöst haben, ziehen Sie am besten einen Schimmel-Fachmann hinzu.

Die Mischung aus langjähriger Erfahrung und Expertenwissen zum Thema Schimmel, machen die Beauftragung eines Schimmelexperten zur effektivsten Lösung, wenn es um die Behandlung und Vermeidung von Schimmel geht. Neben den klaren Analysen zu der Ursachen-Kombination, erhalten Sie die besten Vorschläge, wie Sie dem Problem auf lange Sicht entgegentreten und Schimmel dauerhaft vermeiden können.

Falls Sie sich noch unsicher sein sollten mit welcher Schimmelursache Sie es zu tun haben, nehmen Sie doch einfach unverbindlich Kontakt mit uns auf.